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Wir kaufen das Wieserhoisl

Im Jahr 2006 wurde das Hofkollektiv Wieserhoisl gegründet. Eine Zeit als noch Brombeeren bis an das Haupthaus heranwuchsen und es erst einmal galt alles in irgendeine Form zu bringen. Seitdem sind 17 Jahre voller verschiedener Menschen und Ereignisse vergangen die durchaus ein dickes Buch füllen würden (und auch schon haben). Der Hof ist in der Zwischenzeit zu einem von einigen Kollektiv-höfen geworden, die sich über Österreich verteilen. Die Besatzung ist gewachsen und wieder geschrumpft um wieder zu wachsen. Seit 2022 bewohnen Tina, Friedrich, Elena, Tobias, Popeia, Noreia und Mael den Hof. Es bringt durchaus eine Menge Herausforderungen mit sichim Koolektiv zu leben. Dennoch sind wir weiter gewillt den Hof zu beleben, ihn weiter zu pflegen und als Teil des Netzwerkes aus freien Orten zu erhalten.

Das steht jetzt auf dem Spiel. Es gab immer wieder versuche den Hof zu kaufen, die an verschiedenen Faktoren gescheitert sind. Allerdings bestand auch mit Ausnahme einer Phase im Jahr 2017 nicht die Notwendigkeit ihn freizukaufen. Das hat sich geändert. Einer der beiden Besitzer will nun bis Ende des Jahres 2023 verkaufen. Vielleicht ist das auch der notwendige Arschtritt des Schicksals, der uns jetzt ins Handeln kommen lässt. Auf jeden Fall sind wir gewillt eine Kampagne zu betreiben um den Hof Wieserhoisl frei zu kaufen und in einen Gemeinschaftsbesitz überzuführen. Dafür müssen wir eine Gesamtsumme von 500.000 € – 600.000 € Kaufpreis, plus Kaufnebenkosten und Rückzahlungspuffer aufbringen. Die Finanzierungskampagne teilt sich in mehrere Phasen. Phase 1 betrifft die Aufbringung der Hälfte des Kaufpreises. In einer zweiten Phase wird für den Kauf der zweiten Hälfte geworben.

Für dieses Vorhaben benötigen wir die Unterstützung vieler Einzelpersonen. Viele kleine Beträge bilden am Ende den Gesamtbetrag, der den Kauf des Hofes ermöglicht.

Wir werden verschiedene Werkzeuge in unserer Kampagne nutzen u.a. Direktkredite, Spenden (Crowdfunding-Plattformen und Spenden aus dem Umfeld) und diesen Beitrag hier, den Sie gerade lesen. Wir entscheiden uns bewusst gegen einen klassischen Bankkredit, denn :“Lieber 100 Freunde im Rücken als eine Bank im Nacken“

Wenn es Ihnen erstens möglich und zweitens ein Anliegen ist, unser Werk und unsere Bemühungen auf diesem Hof für eine nachhaltigere und lebenswerte Zukunft zu arbeiten, bitten wir Sie einen Direktkredit oder eine Spende zu geben. Es liegen viele Millionen Euro ungenutzt auf privaten Sparbüchern um dort von der Inflation aufgefressen zu werden. Wie wäre es da einen Teil davon in ein Projekt zu investieren, welches in vielen Aspekten einen Mehrwert für künftige Generationen bietet.

Infos zu den Direktkrediten, sowie Verträge werden in kürze hier zu lesen sein.

Iban für Spende: AT15 6000 0005 1002 5784 , Bei Verwendungszweck: „Spende“ und die Höhe des Betrages angeben.

Vielen Dank!

Unser Buch

„Wir haben es tatsächlich geboren – das Buch zum Hofkollektiv!“Auf Anfrage und in Zusammenarbeit mit dem Löwenzahn Verlag haben wir zwischen 2020 und 2022 unsere Geschichte zu einem Buch zusammengefasst. ‚Einfach alles teilen? Unser Leben im Kollektiv‘ ist der Versuch, das was wir hier seit über 15 Jahren leben, zu beschreiben.
Das Buch kann direkt bei uns bestellt werden, sowie beim Verlag selbst, und ist in jeder Buchhandlung erhältlich.
Viel Spaß beim Lesen, Schmunzeln und Staunen!“

Anders leben und das radikal gemeinschaftlich: inmitten von Menschen, Gemüse, übersprudelnden Ideen und störrischen Schafen

Solidarisch wohnen, gemeinsam arbeiten, alles teilen – könntest du dir das vorstellen? Fernab von dem, was uns die Gesellschaft vorlebt, fernab von individuellem Besitzdenken: Mein Haus, mein Auto, mein Boot? Pah! Viel besser klingt doch: Unser Hof, unsere Selbstversorgung, unser Zusammenhalt und unsere gemeinsamen nachhaltigen Ziele. Das hat sich das Hofkollektiv Wieserhoisl vor 15 Jahren auch gedacht. Und einen entscheidenden und lebensverändernden Schritt gewagt: Wir wollen es anders machen. Ihre Vision? Einen eigenen Lebensentwurf starten, abseits bekannter Konventionen; Eigentum und Besitz radikal neu denken und in der Gemeinschaft wohnen, wirtschaften, streiten, feiern, arbeiten, Krisen meistern und zusammen den Haushalt schmeißen. Inzwischen sind sie zu einer bunten Truppe von 5 Erwachsenen und 3 Kindern herangewachsen. Und geben Einblicke in den Alltag eines Kollektivs. Wenn alles allen gehört und gleichzeitig niemandem. Wenn jede*r anpackt und das macht, was sie*er am besten kann.

Wer ist hier der Chef? Niemand? Wer verdient das Geld? Alle!

Wie kann das Zusammenleben funktionieren, wenn keiner sagt, wo’s langgeht? Anführer*in, Boss*in, Oberhaupt – das gibt es im Kollektiv nicht, genauso wenig wie jegliche Art von Hierarchie. Jede*r ist gleich viel wert, jede*r hat ein gleich großes Stimmrecht und Veto. Entscheidungen werden im Plenum getroffen. Diskussionsstoff gibt es dabei viel. Aber mindestens genauso viele gute Lösungen.

Zum Beispiel, wenn die Bürokratie wieder einmal alles unter sich begräbt oder wenn die Kartoffelernte flöten geht, weil sich Mäuse breitgemacht haben. Zusammen ist man eben weniger allein. Und geteilt wird alles, von der Zahnpasta über den Traktor, die Kindererziehung und das Konto – und die ganzen Dinge und Visionen, die das Leben der 8 so besonders macht. Davon erzählen Christina, Friedrich, Elena und Mark in ihrem Buch. Was es braucht, um ein Kollektiv zu gründen. Mut? Ja! Und Vorbilder, eine gute Organisation, einen Platz zum Sein.

Hallo Selbstversorgung, hallo Freiheit

Die Bewirtschaftung des Hofes ermöglicht es dem Kollektiv nämlich, größtenteils selbstversorgt zu leben. Im riesigen Gemüsegarten sprießt, was die Bewohner*innen brauchen oder als Jungpflanzen verkaufen können, im fast endlosen angrenzenden Wald schlagen sie jeden Winter Brennholz für den großen Küchenofen. Dazwischen bleibt immer wieder Zeit, um bei einem Kaffee auf der Veranda zu quatschen, sich nach allen Richtungen zu vernetzen oder um mit den Kindern zwischen Himbeersträuchern verstecken zu spielen. Und am Ende des Tages kommen alle zusammen, sitzen am Lagerfeuer und genießen den Ausblick, über den leuchtend bunten Gemüsebeethang hinab, ins Tal.

Better together: das Wieserhoisl lebt solidarisch, jede*r steht für jede*n ein. Ihr Ziel: eine krisenfeste und zukunftsfähige Gemeinschaft. Ihre Basics: Solidarität und Demokratie. Einsamkeit? Gibt’s nicht! Zukunftsangst? Fehlanzeige!

Nicht meins, nicht deins, nicht unseres: Hier gibt es keine Hierarchien, keinen Besitz. Alle entscheiden. Ganz egal, ob es dabei um den Gemüsegarten, die Schafe, das Konto, die Kindererziehung oder die Weitergabe von Wissen geht. Das Konto ist Gemeinschaftssache. Und auch sonst ist immer jemand da, wenn man Unterstützung oder einfach wen zum Quatschen braucht.

Ein Hof, der alles mit sich bringt: gemüsige Ernte rund ums Haus, Brennholz aus dem Wald, quirlige Hühner und Schafe machen das Kollektiv unabhängig.

Wieserhoisl in den Medien

Das Hofkollektiv Wieserhoisl hat im Laufe der Jahre bei einigen Beiträgen in verschiedensten Medien mitgewirkt. Wir hatten auch die Möglichkeit, einige Artikel in Printmedien eigenständig zu verfassen, um entweder uns selbst sichtbar zu machen oder um auf bestimmte Themen, mit denen wir uns beschäftigen, aufmerksam zu machen. Auch in Radio, Film und Fernsehen haben wir Beiträge mitgestaltet. Nicht zuletzt durften wir auch in einigen Bachelor-, Master-, Seminar- und Projektarbeiten Gegenstand sein. Wir können hier zwar keine vollständige Auflistung anführen, möchten aber gerne einige dieser Beiträge noch genauer vorstellen:

  • Beitrag im Format „Report“ des ORF. Ausstrahlung im Sommer 2018.
  • Ö1: „Radiokolleg / Landkarte einer neuen Zivilgesellschaft“, 14.10.2014, www.oe1.orf.at/artikel/398248/Landkarte-einer-neuen-Zivilgesellschaft-Teil-2
  • Radio Helsinki; Sendung vom 02.01.2013 zum Thema „Mein Land – dein Land“ mit Beitrag von einem Wieserhoisl-Mitglied: www.cba.fro.at/68184; Interview vom 07.04.2015 – „Leben mit Weitblick – Hofkollektiv Wieserhoisl“, Podcast www.cba.fro.at/284379
  • Die Bäuerin, Bloggerin und Podcasterin Elisabeth Nussbaumer hat uns am 04.04.2018 zum Gespräch gebeten: www.muntermacherin.blogspot.com/2018/04/leben-in-einer-gemeinschaft.html
  • Kinofilm „Von hier aus“/“Beyond elsewhere“: Die beiden Filmemacherinnen Johanna Kirsch und Katharina Lampert begleiteten das Hofkollektiv Wieserhoisl und zwei weitere Lebensprojekte zwischen 2011 und 2013 mit ihrer Kamera. 2015 erschien der Film im Kino. Trailer: www.vonhieraus.net/news
  • Elevate award 2012: Das Hofkollektiv Wieserhoisl gewann den ersten Award des zeitgenössischen Elevate-Festivals für elektronische Musik, Kunst und politischen Diskurs in der Kategorie „Steirisches Projekt“. Dazu gibt es ein kurzes Video, in dem sich das Kollektiv vorstellt: www.elevate.at/en/winners/2012-awards/elevate-award-steiermark/hofkollektiv-wieserhoisl
  • „Do Selbstversorgung yourself/together“: Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit eines Lehrganges bei der Jugend-Umwelt-Plattform gestalteten Lukas Oberreiter und Patrick Haslinger 2014 einen Kurzfilm zum Thema Selbstversorgung. Neben anderen Interviewpartner*innen stellt auch das Wieserhoisl seinen Zugang zur Selbstversorgung dar: www.youtube.com/watch?v=OAHFhMa_-M4
  • Diplomarbeit, die das Kollektiv selbst zum Inhalt haben, oder an denen Gruppenmitglieder mitgewirkt haben: Diplomarbeit von Silvia Weißengruber, KFU Graz, 2013; Titel der Arbeit: Arbeiten oder Nicht-Sein – das ist hier die Frage. Das gelebte Verständnis von Arbeit und Sein zwischen Systemkritik und Systemanpassung: www.unipub.uni-graz.at/obvugrhs/content/titleinfo/226788?lang=en